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Gefahren beim Klettern

Published on 9. September 2011 by in Sportklettern

Die Angst vor dem Hängetrauma und dem Orthostatischen Schock

Beim bewegungslosen Hängen im Gurt besteht die Gefahr von gesundheitlichen Schäden bis zum Tod, dies gilt insbesondere bei Bewußtlosigkeit. Die auftretenden Schäden werden als Hängetrauma bezeichnet, verantwortlich hierfür ist hauptsächlich der orthostatische Schock.

Durch das bewegungslose Hängen im Gurt wird durch eine Kombination aus Abschnürung durch den Gurt und Schwerkraftwirkung der venöse Blutrücktransport aus den unteren Extremitäten (Beine) zum Herzen gestört bzw. unterbrochen. Im Normalfall erfolgt dieser Blutrücktransport mit Hilfe der sogenannten Muskelpumpe, d.h. die Venen verlaufen im Bereich der Muskulatur, welche durch ihre ständige Bewegung den Transport gewährleisten. Durch den Ausfall dieser Muskelpumpe verbleibt das Blut in den unteren Körperbereichen und dem Herzen steht nur noch eine begrenzte Menge Blut zur Verfügung, es kommt zum Volumenmangel und so zum Abfall des Blutdrucks.

Der Körper versucht nun den Volumenmangel und den niedrigen Blutdruck durch verstärkte Herzleistung auszugleichen. Das funktioniert aber nicht lange und so kommt es zur Zentralisation im Körper. Das heißt es werden nur noch lebenswichtige Organe wie Herz, Lunge und Gehirn mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Der Schock führt nun zu Sauerstoffmangel in den lebenswichtigen Organen, gefolgt von Bewusstlosigkeit bis hin zum Tod.

Erschwerend kommen Streß, Angst, Schmerz, evtl. Verletzungen und Erschwerung der Atmung hinzu. Die Zeitspanne bis zum Eintritt des Hängetraumas ist von verschiedenen Faktoren abhängig, bei entsprechenden Untersuchungen traten Zeiten zwischen 3,5 und 30 min. auf.

Hängetrauma

Quelle: Galileo (Pro Sieben)

Es muss genauestens auf die Lagerung nach der Rettung geachtet werden. Einen bewusstseinsklaren Verunglückten bringt man in die Kauer-Hock Stellung. Also mit aufrechten Oberkörper und angewinkelten Beinen um zu verhindern, dass das mittlerweile toxische Blut aus den unteren Extremitäten mit einem mal in den Oberkörper gelangt. Nun muss der Verunglückte genauso lange in dieser Stellung verharren, wie er gehangen hat. In dieser Zeit kann damit begonnen werden den Gurt langsam, nach und nach zu öffnen.

Ein bewusstloser Verunglückter wird natürlich sofort in die stabile Seitenlage gebracht um die Atemwege frei zu halten. Es kann hier keine Rücksicht auf das toxische Blut in den unteren Extremitäten genommen werden. Atmung geht vor! Bei eintreffen des Rettungsdienstes muss zwingend auf die Situation und vor allem die Lagerung hingewiesen werden, da solch ein Notfallbild auch im Rettungsdienst nicht alltäglich ist.

Wir sollten immer die Gefahren beim Klettern im Hinterkopf behalten.

 
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